Der Bundestag halt die Wehrpflicht wieder eingeführt, um die jahrzehntelang gestritten wurde. Die neue Situation der Weltpolitik hat zu der Überlegung geführt, die Bundeswehr müsse erheblich vergrößert werden. Ein Blick zurück in das Online Archiv zeigt wichtige Punkte der Diskussion:
Marina Damert: Die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Alter Wein in neuen Schläuchen?
Immer mal wieder ist die allgemeine Wehrpflicht Gegenstand in der Politik. Die aktuelle Situation in der Ukraine verstärkt nun die Diskussionen der Politiker zu dieser Thematik. Die Wehrpflicht besteht seit 1956 und ist im Wehrpflichtgesetz geregelt. Demnach sind alle deutschen Männer ab dem 18. Lebensjahr wehrpflichtig. 2011 wurde dieses Gesetz zwar ausgesetzt, allerdings nicht abgeschafft. Geändert wurde es dahingehend, dass die Pflicht zum Dienen erst im Falle eines drohenden Waffenangriffs auf Deutschland gilt. Während die Politiker der verschiedenen Fraktionen sonst so unterschiedliche Meinung haben, verbindet einige angesichts dieser Thematik doch ein Ziel: Die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Die Dokumentation zeigt die unterschiedlichen Positionen.
https://budrich-journals.de/index.php/gwp/article/view/40088
Heiner Adamski, Wehrpflicht und Wehrgerechtigkeit
Ist die allgemeine Wehrpflicht in der Bundesrepublik Deutschland angesichts einer veränderten weltweiten Sicherheitslage – insbesondere seit der Auflösung der Ost-West-Systemgrenze in Deutschland – noch mit dem Grundgesetz vereinbar? Ist sie ein nicht mehr verhältnismäßiger Eingriff in Grundrechte und widerspricht sie der Gerechtigkeit? Widerspricht die Strafbarkeit der Dienstflucht dem Grundgesetz? Kann der Verteidigungsauftrag des Grundgesetzes durch eine Freiwilligenarmee in einer den einzelnen in seinen Grundrechten weniger belastenden Weise erfüllt werden? Das Landgericht Potsdam hat diese Fragen 1999 bejaht.
https://budrich-journals.de/index.php/gwp/article/view/8406/7306
Zur aktuellen Situation gibt die Bundeszentrale für politische Bildung eine kurze und knappe Datenübersicht:
https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/550475/wie-funktioniert-die-wehrpflicht
Kritik aus Schülersicht dokumentiert eine Reportage aus der taz.
taz Reportage (Auszug):
Elias C. und Taiga Y., beide 13, liefern sich ein Streitgespräch neben den Spraydosen. „Ich bin für Wehrpflicht“, sagt Taiga. Jugend brauche Disziplin, sagt er. Nach dem Abschluss wolle er zur Marine. Seine Mutter ist einverstanden, dass er mit der Zeitung spricht.
Elias’ Mutter auch. „Ich würde nicht kämpfen“, sagt er zu Taiga. Die beiden kennen sich von früher, sind aber nicht mehr auf derselben Schule. „Wenn Putin kommt, würdest du sagen: ‚Klar, wirf ’ne Bombe auf uns?‘“, fragt Taiga zurück. Elias: „Ich würde ins Krankenhaus gehen, Leute verarzten oder so, aber ich könnte mir niemals vorstellen, ein Gewehr in die Hand zu nehmen.“ Taiga: „Das kannst du auch bei der Bundeswehr. Wenn ich müsste, würde ich Deutschland verteidigen. Ich bin stolz auf Deutschland.“ Elias: „Ich kann niemals stolz auf Deutschland sein, mit der Vorgeschichte.“ Taiga: „Wir ham so viel geschafft.“ Elias: „Wir ham auch sechs Millionen Juden umgebracht.“ Taiga: „Ja, aber das macht keine Wehrpflicht auch nicht weg.“
https://taz.de/Schulstreiks-gegen-Wehrpflicht/!6135629/
