Einstellungszahlen auf Rekordniveau
Insgesamt wurden bis zum 30. November 2025 rund 11.500 Freiwilligen Wehrdienst Leistende (plus 22 Prozent zum Vorjahresstichtag) sowie rund 5.800 Soldatinnen und Soldaten auf Zeit im Bereich der Mannschaftsdienstgrade (plus 31 Prozent) eingestellt. Für viele ist dieser Weg eine Möglichkeit, Verantwortung für die Sicherheit des Landes zu übernehmen.
Das Angebot der Bundeswehr als sinnstiftender Arbeitgeber trifft auf ein anhaltend hohes Interesse. Hundertausende klicken sich durch das Karriereportal der Bundeswehr und viele lassen später sich im persönlichen Gespräch detailliert beraten: Bis Ende November 2025 informierten sich rund 102.500 Interessierte erstmals bei einem Karriereberater oder einer Karriereberaterin über die beruflichen Möglichkeiten bei der Bundeswehr, eine Steigerung um 15 Prozent.
https://www.bundeswehr.de/de/organisation/personal/personalbestand-2025-aufwaertstrend-6054566
Aufrüstung
Nach einem Bericht verschiedener Medien (hier Berliner Morgenpost vom 8.1.2026) steht die Bundeswehr vor der größten Aufrüstung ihrer Geschichte. Sie wird insbesondere mit Raketen ausgestattet, aber auch mit Panzern, U-Booten, Jagdflugzeugen, Radarsatelliten, Kampfhubschraubern: Im vergangenen Jahr wurden Waffen und Ausrüstung für 24 Milliarden Euro an die Truppe ausgeliefert. Zugleich wurden binnen zwölf Monaten große Rüstungsprojekte im Rekordumfang von 83 Milliarden Euro bewilligt, Kampfbekleidung für bis zu 460.000 Soldaten inklusive, wie das Verteidigungsministerium bilanziert. ((…))
Vorgesehen ist laut internen Projektlisten unter anderem der Kauf von 400 Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk aus US-Produktion. Damit würde die Bundeswehr erstmals in ihrer Geschichte über eine Langstreckenwaffe verfügen, sie könnte mehr als 2000 Kilometer weit fliegen, je nach Modell auch 2500 Kilometer – also nach Moskau und darüber hinaus. Der Tomahawk ist eine Erstschlagswaffe, eine Art unbemanntes Einwegflugzeug, das mit einem sehr modernen Navigationssystem in niedriger Höhe (30 bis 90 Meter) fliegen und seine Richtung unterwegs ändern kann.
Wegen dieser Eigenschaften sind die Cruise Missiles nur schwer für die Flugabwehr des Gegners zu erkennen. Der Tomahawk übertrifft alle in Europa vorhandenen Systeme. Bis 2019 waren solche landgestützten Mittelstreckenwaffen in Europa durch den INF-Rüstungskontrollvertrag verboten, dann kündigte US-Präsident Donald Trump das Abkommen, weil Kremlherrscher Wladimir Putin es offenkundig gebrochen hatte.
Friedensgutachten warnt: Neue nukleare Risiken durch Moskaus Reaktion
Das aktuelle Friedensgutachten von vier führenden deutschen Friedensforschungsinstituten listet denkbare Schritte Moskaus auf: die verstärkte Stationierung taktischer Nuklearwaffen, eine höhere Einsatzbereitschaft strategischer Waffen, die Entwicklung neuer Systeme sowie eine verstärkte militärische Präsenz in strategischen Regionen. Die Friedensforscher bewerten schon die US-Stationierungspläne zwiespältig: Die Entwicklung zwinge Russland dazu, in seinen Plänen für einen möglichen Angriff mehr Gebiete als potenziell gefährdet zu betrachten. „Zwar stärkt dies Europas Abschreckungswirkung, doch es birgt auch Risiken.“ Russland könne auf die Bedrohung durch konventionelle Systeme mit nuklearen Gegenmaßnahmen reagieren.
https://friedensgutachten.de
Die Diskusion über die Stationierung amerikanischer Raketen auf deutschen Boden reicht weit zurück. Einen Überblick über die kontroversen Positionen bietet der Beitrag
Die Stationierung weitreichender amerikanischer Waffensysteme 2026 in Deutschland.
https://doi.org/10.3224/gwp.v73i4.10
