Miriam Frieß, Sonja Österreicher, Jessica Anderle:
Zum Start des bundesweiten Bildungsprogramms Startchancen: Erste Erfahrungen aus Baden-Württemberg
Das bundesweite Startchancen-Programm zielt darauf ab, Bildungsungleichheiten zu reduzieren und Schulen in sozial benachteiligten Lagen gezielt zu stärken. Der Beitrag gibt Einblick in erste Erfahrungen mit der Implementierung des Programms an einer Realschule in Baden-Württemberg und ergänzt sie durch weitere qualitative Befunde aus Schulleitungsinterviews. Auf Basis leitfadengestützter Interviews werden förderliche Bedingungen, strukturelle Herausforderungen und Spannungsfelder zwischen Steuerung und schulischer Autonomie herausgearbeitet. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere klare Zuständigkeiten, verlässliche Kommunikationsstrukturen und die Einbindung multiprofessioneller Teams zentrale Gelingensbedingungen darstellen. Zugleich werden Grenzen zentraler Vorgaben und bürokratischer Verfahren sichtbar. Der Beitrag verdeutlicht, dass die Wirksamkeit des Startchancen-Programms maßgeblich von der kontextsensiblen Ausgestaltung vor Ort abhängt.
https://doi.org/10.3224/gwp.v75i1.02
Hierzu aus dem Online-Archiv:
Pia N. Blossfeld, Gwendolin J. Blossfeld, Hans-Peter Blossfeld: Bildungsexpansion und soziale Ungleichheit. Wie lassen sich die begrenzten Erfolge der Bildungsreformen in Deutschland erklären?
Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit drei Ziele der Bildungsreformen erreicht wurden: (1) Der Ausbau des Bildungssystems zur Sicherung des wirtschaftlichen Wohlstands, (2) die Erhöhung der Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Teilen des Bildungssystems und (3) die Verringerung von herkunftsspezifischen Bildungsungleichheiten. Der Beitrag zeigt, dass die ersten beiden Ziele durchaus erreicht wurden und arbeitet heraus, warum die Erfolge der Bildungsreformen mit Blick auf die herkunftsspezifischen Ungleichheiten nur begrenzt waren.
https://doi.org/10.3224/gwp.v69i3.11
